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Wissenschaftliche Preise des DN e.V. 

Preisverleihung über den Dächern von Köln


In diesem Jahr ehrte der Verband Deutsche Nierenzentren e.V. gleich drei Forschungsarbeiten im Rahmen des Nephrologischen Jahresgesprächs. Dr. Rosi Bissinger erhielt den mit 8.000 € dotierten Bernd Tersteegen-Preis. Die Preisverleihung fand während der Abendveranstaltung des Kongresses im KölnSKY statt. Der Vorstandsvorsitzende des Verbands, Dr. Michael Daschner, überreichte Dr. Bissinger feierlich die Urkunde und Trophäe. Der Georg Haas-Preis wurde dieses Jahr zum ersten Mal an zwei Preisträgerinnen übergeben. Dr. Hande Aypek und Dr. Shufei Zeng erhielten für ihre Dissertationen jeweils 2.000 € Preisgeld. Die Forscherinnen konnten leider nicht persönlich an der Preisverleihung teilnehmen.

Bernd Tersteegen-Preis

Der nach dem Gründer des Verbands benannte Preis soll international die Forschung zu aktuellen Themen der chronischen Niereninsuffizienz fördern. Dr. Rosi Bissinger vom Universitätsklinikum Tübingen wurde von der Jury für ihre Arbeit mit dem Titel „Proteinuric chronic kidney disease is associated with altered red blood cell lifespan, deformability and metabolism” ausgezeichnet.

In der im Kidney International 2021 erschienenen preisgekrönten Studie wurde der entscheidende Beitrag der Eryptose zur Entwicklung einer renalen Anämie bei zwei proteinurischen Mausmodellen sowie bei Patienten mit nicht-dialysepflichtiger Niereninsuffizienz und hoher Proteinurie aufgezeigt. Die Eryptose bezeichnet dabei die Exposition des Signalmoleküls Phosphatidylserin an der äußeren Erythrozytenmembran, was eine frühzeitige Entfernung der Erythrozyten aus der Zirkulation bedingt und damit zu einer verminderten Lebensdauer der Erythrozyten führt, wie bei Urämie beschrieben.

Dr. Bissinger konnte in ihrer Studie erstmalig im Tiermodell zeigen, dass Erythrozyten im Rahmen der chronischen Niereninsuffizienz in vivo verfrüht aus der Blutbahn eliminiert werden, was zur renalen Anämie führt – trotz gesteigerter Erythropoetin-Bildung der niereninsuffizienten Mäuse. Erstmalig konnte dabei auch eine verminderte Verformbarkeit der Erythrozyten bei den niereninsuffizienten Mäusen nachgewiesen werden, was womöglich zu deren frühzeitiger Elimination aus der Blutbahn beiträgt. Durch massenspektrometrische Untersuchungen konnten Metabolite verschiedenster Stoffwechselwege identifiziert werden, die mit der Eryptose zusammenhängen.

Georg Haas-Preis

Mit dem Doktorandenpreis werden Arbeiten zum Gesamtspektrum der Urämie und deren Behandlungen gefördert. Aufgrund der vielen Forschungsarbeiten, die in diesem Jahr eingereicht wurden, hat der DN e.V. den Georg Haas-Preis und das Preisgeld erstmals aufgeteilt und an zwei Preisträgerinnen verliehen.

Dr. Hande Aypek erhielt den Preis für ihre Arbeit „Loss of the collagen IV modifier prolyl 2-hydroxylase 2 causes thin basement membrane nephropathy“, die 2022 im Journal of Clinical Investigation erschien. Dr. Aypek war in der Lage, die Molekularbiologie, proteomische Analyse sowie genetische und tier-experimentelle Nierenforschung zu kombinieren und wichtige Erkenntnisse für das Nierenfeld herauszuarbeiten. Anhand zahlreicher genetischer Studien konnten in den letzten Jahren gezeigt werden, dass Mutationen und genetische Varianten der GBM (insbesondere des Kollagens Typ IV) eine herausragende Rolle bei erblichen glomerulären Erkrankungen spielen. Dr. Hande konnte nun erstmals zeigen, dass nicht nur GBM-Strukturkomponenten bei diesen Erkrankungen betroffen sind, sondern auch enzymatische Regulatoren der GBM. Mit der genetischen und funktionellen Beschreibung des in Podozyten hochangereicherten Enzyms Prolyl 3-Hydroxylase 2 (P3H2) konnte somit eine völlig neue Erkrankungsidentität beschrieben werden.

Dr. Shufei Zeng wurde für ihre Doktorarbeit „Im Gegensatz zu oxidiertem PTH zeigt nicht oxidiertes PTH nur einen moderaten Anstieg in CKD-Patienten und ist in der Lage Fgf23 zu stimulieren” ausgezeichnet. Die Arbeit wurde 2021 im FASEB Journal veröffentlicht. Dr. Zeng konnte unterschiedliche biologische Wirkungen von oxidierten und nicht oxidierten Formen von PTH nachweisen. Während n-oxPHT die Fgf23-mRNA-Synthese in vitro stimulierte, führte die Oxidation von PTH insbesondere an der Position Methionin 8 zu einer deutlich schwächeren Stimulation der Fgf23-mRNA-Synthese. In zwei unabhängigen Kohorten – Kinder mit CKD und erwachsene Nierentransplantatempfänger – war nur n-oxPTH, nicht aber oxPTH, mit FGF23-Konzentrationen assoziiert, unabhängig von bekannten Störfaktoren. Mit fortschreitender Verschlechterung der Nierenfunktion stiegen die FGF23- Konzentrationen und das iPTH deutlich an. Das biologisch aktive n-oxPTH stieg jedoch in beiden Patientenkohorten deutlich weniger an als iPTH und oxPTH. Das Fazit von Dr. Zeng: Die Synthese von FGF23 wird durch n-oxPTH, aber nicht durch oxPTH stimuliert. Mit abnehmender GFR steigt PTH hauptsächlich aufgrund von erhöhtem ox-PTH in fortgeschritteneren Stadien der CKD an, n-oxPTH steigt nur mäßig an.


Der DN e.V. schreibt den Bernd Tersteegen-Preis und den Georg Haas-Preis auch im nächsten Jahr aus. Der Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 17. Juli 2023.

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Film: Was macht der DN e.V.?

Video – Was ist der DN e.V.

Sie kennen den Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e.V. noch nicht? In diesem kurzen Film zeigen wir Ihnen – in 180 Sekunden –den Verband mit seinen Leistungen, Möglichkeiten und Vorteilen. Besonders als Arzt oder Praxis sehen Sie hier sofort den Nutzen einer Mitgliedschaft. Klicken Sie auf das Video!